Helidiving (Juli 2009)

Helidiving 2009

 

   Am Freitag den 10. Juli gegen 18 h trafen 18 Taucher in Haus im Ennstal ein, um bei einem Event der besonderen Art teilzunehmen: das von Harald Hois und Gerald Kapfer organisierte und über die Zeitschrift Unterwasser ausgeschriebene „Helidiving“.

Nach der weiten Anreise der überwiegend deutschen Teilnehmer, lernte man sich bei einem Willkommenstrunk kennen.

Zum genussvollen Abendessen gab es ein ausführliches Briefing und ein Film mit einmaligen Aufnahmen steigerte unsere Erwartungshaltung zusätzlich.

Bei dem einem oder anderen Gläschen erzählte man sich erlebte Abenteuer und man erkannte dabei schnell, dass es sich um ausgesucht, arrivierte Taucher und Uw-Fotografen handelte.

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Wir fuhren ins kleine Sölktal auf rund 1600m, um bei einer Kehre einer Forststrasse den Helikopter zu empfangen.

Die Tauchgeräte wurden zusammengebaut und in Kisten flugtauglich verstaut.

Mit angezogenem Trockentauchanzug beobachteten wir mit sorgenvoller Mine das wechselhafte Wetter, das in den letzten Wochen für außergewöhnliche Niederschlagsmengen sorgte.

Der Hubschrauber wurde außer dem Piloten mit 4 Teilnehmern besetzt und so hob auch ich beim zweiten Turn in die Lüfte ab.

Es war ein einmaliges Gefühl und ich wunderte mich über das ruhige Flugverhalten.

Das Fluggerät schraubte sich auf eine Höhe von 2100m, wo wir nach kurzer Flugzeit erstmals unser Tauchziel erblickten, den Ahornsee.

Weich setzte unser Pilot auf der moosbedeckten Landschaft weit über der Baumgrenze auf, wo zahlreiche Schneeflecken an einen harten Winter erinnern.

Wieder auf festen Boden bin ich von einem idyllischen Bergpanorama umgeben.

Als der Hubschrauber mit den nächsten Tauchern ankommt, zieht plötzlich eine Nebelbank über den Bergspitzen herein und macht eine Sichtlandung unmöglich.

Über den Funk hören wir aufgeregte Stimmen und der Landelotse verkündet uns ein Wort, dass keiner von uns wahrhaben will: „Abbruch“.

Doch der Wettergott hatte mit diesen Abenteuern Mitleid und blies den Nebel innerhalb von 10 Minuten aus dem Kessel, sodass der Helikopter alle Teilnehmer mit dem Gepäck sicher ans Ziel bringen konnte.

Nun konnte uns nichts mehr halten und in Rekordzeit war man tauchbereit.

Für die Erstellung eines Seenplanes wurden die einzelnen Tauchzonen aufgeteilt und wir erhielten Kanülen, damit Wasserproben an unterschiedlichen Stellen des Sees entnommen werden konnten.

Es war ein besonderes Gefühl, als ich abtauchte und die ersten Blicke in diesem jungfräulichen Tauchgewässer machen durfte.

Die Sichtweite lag bei rund 6 bis 8 Meter und am schlammigen Boden ließen sich oftmals scheue Forellen blicken.

Da die Durchschnittstiefe nur bei rund 6 Metern lag, durfte man einen Großteil dieses Bergsees kennen lernen.

Leicht unterkühlt, aber doch zufrieden brachte uns der Helikopter wieder zu unserem Ausgangspunkt, wo anschließend zu einer deftigen Jause  geladen wurde.

Nach einer urigen Hüttennächtigung in den hohen Tauern , wurde am zweiten Tag der Scheiblsee auf 1725m bei tollem Sonnenwetter betaucht, der eine beachtliche Tiefe von 27m aufwies.

Ein abenteuerliches Wochenende mit Helidiving ging zu Ende, an das ich mich gern erinnern werde.