Expedition Tansania (Feber 2007)


 

      Nach einem Flug über den höchsten Berg Afrikas, dem Kilimanjaro, wurde ich am Flughafen abgeholt und zum französischen Forschungsschiff Kairos gebracht.

An Bord waren 2 Wissenschaftler vom SRI (shark researche institute) aus Amerika, John Bantin (engl. Chefreporter von der Zeitschrift „Diver“) und 2 Reporter aus der franz Schweiz.

      Die Hauptaufgabe war die Markierung der Walhaie mit Peilsender oder Marke.

Wir gingen in der Meerenge vor Mafia Island vor Anker.

Hier münden einige Flüsse ins Meer und dieses nährstoffreiche Wasser wird hier wie ein Trichter komprimiert. Die Sicht verringert sich hier auf unter 4 Meter.

Doch Vollmond und ein heftiger Regen, der nur eine Stunde dauerte machten uns einen Strich durch die Rechnung.

Durch den Regen wurde das Plankton in die Tiefe gedrückt und die Walhaie ließen sich an der Oberfläche nicht blicken.

So war die Enttäuschung in diesen ersten 2 Tagen recht groß.

Wir brachen ab und fuhren rund 500 km südlicher. Dort bestand die Aufgabe, die dortige Tierpopulation zu analysieren und neue Riffe zu erkunden.

Um größere Strecken zu meistern standen uns Scooter zur Verfügung, die uns gute 50 Minuten durch die Rifflandschaft zogen.

Auch über das Nachtleben wollten die Wissenschaftler Aufzeichnungen machen und so durfte ich mit Vollgesichtsmaske mit Sprechfunk auf 30m, um mit der Videokamera bewaffnet, so viel wie möglich an Tierleben einzufangen. Links und rechts hatte ich eigene Beleuchtungstaucher und über mir einen Sicherungstaucher.

Das Bild wurde direkt auf den Großbildschirm an Deck gesendet, wo sich die Wissenschaftler Notizen machten und mir Anweisungen gaben, welche Perspektive sie benötigen, um zB das Geschlecht zu bestimmen.

Wir besuchten auch einsame Inseln, wo wir die Nistplätze der Möwen und Zugvögeln beobachten konnten.

Das Schiff fuhr fast ausschließlich in der Nacht und da wurde auch das gesamte Team inkl. der beiden Amerikaner zum zweistündigen Wachdienst eingeteilt.

Das war für mich ein absoluter Genuss, auf der Brücke zu stehen und im warmen Fahrtwind Ausschau zu halten.

Es wurden auch Notfallsübungen in der schiffseigenen Dekokammer durchgeführt.

Nach 7 Tagen kehrten wir wieder nach Mafia zurück und versuchten erneut unser Glück.

Zur Unterstützung der Walhaisichtung stand uns ein Ultraleichtfluggerät zur Verfügung.

Und diesmal waren sie auch da. Teilweise sahen wir bis zu 3 Walhaie auf einmal.

Wichtig war es vor der Markierung, Foto- oder Videoaufnahmen vom Kopf zu bekommen, um diese später wieder zu erkennen, denn die Punkte der Walhaie sind einzigartig, wie ein Fingerabdruck.

Der Sender oder die Marke wurden mit einer Harpune in die 10cm dicke Haut unter der Rückenflosse verankert, wo keine Organe beschädigt werden können.

Die Haut ist so hart, dass wenn der Schusswinkel nicht rund 90 Grad beträgt, sich die Stahlspitze verbog und somit abprallte.

Ein Sender bleibt zwischen einem Monat bis hin zu 2 Jahren haften.

Der Verlust ist bitter, denn immerhin kostet einer doch 3800 Dollar.

Diese Arbeit wurde nur mit ABC Ausrüstung durchgeführt, um im Wasser schneller zu sein.

       Für mich war es ein großes Abenteuer und ich konnte einen kleinen Beitrag zur Erhaltung der Haie leisten, für die sich das SRI weltweit einsetzt.