Cocos Island (Feber 2008)

 

           Mit dem Auto nach München, Flug nach Madrid, Flug nach San Jose, Übernachtung, 3h mit dem Bus zum Hafen Punta Arena und dann 32 Stunden mit dem Boot über den Pazifik und schon ist man nach 3 Tagen auf Cocos Island, der schönsten Insel der Welt, wie Jacques Cousteau sie nannte. Die 26km² große Regenwaldinsel bot schon seinerzeit den Piraten und Seefahrern ausreichend Proviant und vor allem Süßwasser. Jahrzehntelang wurde hier nach dem großen Goldschatz gesucht, den ein Kapitän aus der Zeit der Unabhängigkeitserklärung abgezweigt hatte und der auch als Vorlage des berühmten Romans „die Schatzinsel“ diente. Mit speziellen Satellitenscannern konnten die Amerikaner vor rund 4 Jahren den Standort bestimmen. Durch den zwischenzeitlichen Anstieg des Meerniveaus ist die damalige Höhle nun unter Wasser und von Korallen und Steinen geschlossen worden. Costa Rica, zu dem sie gehört, stellte diese naturbelassene Insel unter Naturschutz, da sie bei einer Bergung, den Großteil des Schatzes, an Amerika ausliefern hätten müssen. So kann der Mythos auf der streng bewachten Insel weiterleben.

         Der wahre Schatz für mich ist aber die Unterwasserwelt.

In dem 27° warmen Wasser sind die Artenvielfalt und der Fischreichtum so groß, dass man meinen könnte, hier würden alle Fische geboren. Wenn man den Hairückzug der letzten Jahre in Ägypten beobachtete, so kommt man auf den Gedanken, dass diese alle nach Cocos flohen.

Neben den großen Schwärmen von Weissspitzenriff- und Hammerhaien konnte ich immer wieder einzelne große Galapagoshaie und Silberspitzenhaie beobachten.

Auch Marmorrochen, Mantas und Adlerrochen sind ständige Begleiter der Taucher.

Ein absolutes Highlight stellt der Nachttauchgang dar. Gierig und hungrig bedecken hunderte von Haien den Meeresboden auf der Suche nach Nahrung. Berührungen bis hin zu Rempelungen galten als Normal und trotzdem dachte man nicht an Angst. Gefährlicher wurde es aber schlagartig, wenn ein Hai eine Beute machte und alle einen Anteil davon wollten.

Dabei entstand ein Kampfknäuel, das keine Rücksicht auf seine Umwelt nahm. Eine ungewollte Bissverletzung war dabei nicht auszuschließen und so hielt man doch einen gewissen Respektabstand.

Tagsüber verbarrikadierten wir uns in der Nähe der Putzerstationen, wo sich  großteils weibliche Haie ihre Bissverletzungen reinigen ließen, die von der Paarung stammte.

Der Pflanzenbewuchs war unter Wasser auf dem Vulkangestein nur spärlich sichtbar, dafür faszinierten die unendlich scheinenden Steilwände.

Die teilweise sehr starken Strömungen garantierten zwar das Erscheinen der Großfische, zeigten aber einem Tauchanfänger auch seine Grenzen.

       Auch wenn man für diese Reise tief in seine Taschen greifen muss, bin ich froh, eines der letzten, geschützten Unterwasserparadiese dieser Erde betaucht zu haben.

 

(gebucht über meinen Freund Robert Wilpernig)